Klassenreisen

Warum unternehmen wir an unserer Schule noch ganz selbstverständlich Klassenreisen? Warum leisten wir uns diesen enormen Arbeitsaufwand an Vorbereitung und die 24-Stunden-Tage der Begleiter während der Fahrten? Warum bringen die Eltern die zusätzlichen finanziellen Aufwendungen u.a. für Ausrüstung, Kleidung auf? Worin liegen unsere pädagogischen Impulse für die Fahrten? Warum sind uns die sozialen Herausforderungen, die Grenzerlebnisse der Beteiligten so wichtig?

  • Das soziale Leben innerhalb der Schülergemeinschaft muss auf vielfältigste Art und Weise erfahren und geübt werden. Auf jeder Fahrt geht die Klassengemeinschaft gestärkt hervor. Die unterschiedlichsten sozialen Stellungen der Schüler können neu ausgerichtet werden. Die Beziehungen der Schüler untereinander werden durch die vielen Aktivitäten und neuen Konstellationen aktiviert und gestärkt. Durch das gemeinsame Sprechen, Singen und Spielen, Wandern und Schwimmen, das gemeinsame Übernachten und Essen, können neue Impulse in der Lehrer-Schüler- aber auch in der Schüler-Schüler-Beziehung entstehen.
  • Grenzerlebnisse an und in der Natur werden nur auf den Klassenreisen so intensiv durchlebt und gemeistert.
  • Echte und wahre Sinneserfahrungen an der Natur, zu den Elementen Luft, Wasser, Licht/Feuer und der Erde/Steinen werden leider immer öfter erstmalig durchgemacht oder eben weiterhin geschult.
  • Die Schulung und Übung der Selbstwahrnehmung und der Eigenverantwortung wird auf jeder Fahrt neu geübt: Jeder ist für sich selber und sein Hab und Gut (Kleidung und Wertgegenstände), eventuell auch für seine Verpflegung und Versorgung verantwortlich. Es werden Projekte, Tagesaktivitäten und Dienste innerhalb der Gemeinschaft geplant und durchgeführt.

In der Unterstufe werden zunächst kurze Reisen und größere Ausflüge gemeinsam mit Eltern gemacht, um ein besseres Kennenlernen zu ermöglichen und eine gute Zusammenarbeit zu begründen.

In der 4. Klasse ist dann die erste längere Reise ohne Eltern vorgesehen. Im Zusammenhang mit der Heimatkunde wird ein Ort in der Nähe oder auf einer Insel gewählt, um ohne großen Aufwand Land, Leute und Wetter zu erleben. Im Vordergrund steht aber hier das intensive gegenseitige Wahrnehmen der Klasse.

In den Folgejahren werden größere Herausforderungen gesucht, z. B. eine Segelscheinprüfung zu bestehen, größere Wanderstrecken zu Fuß oder mit einem Paddelboot zu bewältigen, Klettern zu lernen, mit wenig Komfort zu zelten, mit öffentlichen Verkehrsmitteln und notfalls mit schlechtem Wetter fertig zu werden. Es können Unterrichtsinhalte wie die Himmels- oder Gesteinskunde besonders lebendig erfahren werden.

Zum Abschluss der Klassenlehrerzeit in der 8. Klasse ist meist eine besondere Reise vorgesehen, die auch schon mal ins Ausland führen kann. So wird z.B. auf einem Dreimaster gesegelt oder Estland per Fahrrad erkundet.

In der 9. Klasse wird zwei Wochen lang ein Landwirtschaftspraktikum durchgeführt, bei dem auf einem Bauernhof unter fachgerechter Anleitung alle anfallenden Arbeiten verrichtet werden. Das kann Rüben ziehen, Kühe melken, Knicks auslichten oder auch Kochen für ca. 50 Personen sein.

In der 10. Klasse wird Mathematik und Geometrie im Rahmen der Feldmessreise praktisch angewendet. Mit professionellen Geräten und hoher Präzision erstellen die Schüler topographische Landkarten.

Die 11. Klasse lernt im Betriebspraktium Arbeitszusammenhänge im wirtschaftlichen Leben kennen.

In der 12. Klasse führt die Abschlussreise in kunsthistorische Gegenden wie zum Beispiel Florenz und Rom. Auf dieser Kunstreise wird die jeweilige Architektur und bildende Kunst intensiv studiert und nachempfunden. In der Umgebung von Carrara gibt es im Anschluss einen Steinmetzkurs. Hier lassen die Schüler mit Kraft, Geschick und Gefühl aus dem Marmor neue Kunstwerke entstehen.

In der Mittel- und Oberstufe gibt es klassenübergreifende Reisen, in denen Chor- und Orchesterwerke bis zur Aufführungsreife geprobt werden.

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