Epochenunterricht

Die Epochen im Hauptunterricht folgen dem Grundsatz, einen Lebens- und Lernbereich über mehrere Wochen hinweg täglich zu erschließen. Sie dienen der Lernökonomie und erlauben dem Lernenden, sich intensiv mit einem Gebiet zu verbinden.

Der Hauptunterricht, der sich über die ersten zwei Schulstunden erstreckt, bietet täglich die Zeit, einen Unterricht zu gestalten, der die Elemente eines sinnvollen Lernens beinhaltet:

  • Nach einer gemeinsamen Begrüßung und einem künstlerischen Auftakt steigen alle in den Arbeitsprozess durch einen rhythmisch gegliederten Übungsteil, z.B. Kopfrechnen oder Rezitieren, ein.
  • Nun folgt die Erinnerung des am Vortag Aufgenommenen. Es werden mit Hilfe von Hausaufgaben oder mündlichen Beiträgen die Inhalte lebendig gemacht (begreifen).
  • Durch Fragen, durch ein wiederholendes Erüben, durch Darstellungen und Ergänzungen wird das Gelernte gefestigt, verinnerlicht und als Basis für den nächsten Lernschritt verwendet (verwandeln).
  • Jetzt kann der Lehrer mit Lebendigkeit und Geistesgegenwart die neuen Inhal­te vor den Schülern ausbreiten. Die Schüler können sich ganz der Wahrnehmung hingeben, entwickeln ihr Interesse, beteiligen sich an Fragen und Ergänzungen und nehmen diese Eindrücke über Nacht mit in den nächsten Schultag (erleben).

Diese Art des themenkonzentrierten Arbeitens und der lebensgemäßen Form des Lernens, weckt Interesse, ermöglicht intensives Üben, verbindet den Lernenden durch die Stufen des Wahrnehmens, Erweiterns, Erübens, Verstehens und Vertiefens mit den Themen und Tätigkeiten.

Die Arbeitsschritte und -ergebnisse werden in allen Klassenstufen in den „Epochenheften“, die jeder Schüler führt, in Texten und eigenen Zeichnungen dargestellt. Diese Hefte bieten so eine gute Möglichkeit für den Schüler, sich später einen Themenzusammenhang wieder zu vergegenwärtigen. Ab der Mittelstufe lernen die Schüler zudem, komplexe Zusammenhänge in eigenen Worten darzustellen, sowohl in Fächern wie Deutsch und Geschichte, als auch bei Versuchsbeschreibungen und -erklärungen im Physik- oder Chemieunterricht. Auf Schulbücher wird weitgehend verzichtet.

Die Themen der Epochen sind auf das Alter der Schüler abgestimmt und korrespondieren mit dem, was sich an innerer Entwicklung bei den Schülern abspielt (siehe Epochenübersicht). So kann ein Schüler der 9. Klasse dem, was er an innerer Unruhe erlebt, beispielsweise im Geographieunterricht beim Vulkanismus oder im Geschichtsunterricht bei den Revolutionen begegnen. Themen, die schon in der Unter- und Mittelstufe behandelt wurden, tauchen in der Oberstufe altersgemäß verwandelt wieder auf. Sie werden nun auf der Grundlage des starken Erlebens in früheren Jahren stärker gedanklich durchdrungen.

Nach Abschluss einer Epoche ist es durchaus beabsichtigt, dass die Schüler den Lernstoff vergessen, bzw. im Unterbewussten ruhen lassen. Bei der nächsten entsprechenden Epoche werden die wesentlichen Inhalte – altersgemäß verwandelt – erinnert und neu belebt.

Darüber hinaus werden aber auch einige Elemente aus Fächern wie Mathematik oder Deutsch in wöchentlichen Übstunden kontinuierlich geübt und gefestigt.

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