Waldorfkindergarten

Unser Kindergarten

Unser Waldorfkindergarten besteht aus zwei altersgemischten Gruppen von je zwanzig Kindern zwischen drei und sechs Jahren. Jede Gruppe wird von einer Waldorferzieherin und einer Kinderpflegerin gemeinsam betreut. Der Kindergarten gehört zum Förderverein der Rudolf Steiner Schule Harburg, sowie zum Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband (DPWV) und wird von der Hansestadt Hamburg bezuschusst. Wie bei allen Hamburger Kindergärten sind die Elternbeiträge einkommensabhängig.

Das Menschenbild Rudolf Steiners bildet die Grundlage unseres pädagogischen Konzeptes: Die Aufgabe der Waldorfpädagogik im Vorschulalter besteht darin, das selbständige Wesen des Kindes zu fördern und zu stärken.
In den ersten sieben Lebensjahren wird der physische Körper veranlagt, d.h. seine inneren Organe müssen noch fertig ausgebildet, sein Immunsystem gestärkt werden. Eine gesunde Ernährung bedingt sein Wachstum, aber auch die seelische Entwicklung ist von zentraler Wichtigkeit: die Befindlichkeit des werdenden Menschen wird fürs ganze Leben veranlagt. Dazu muss das Kind vielfältige Sinneserfahrungen von höchster Qualität machen dürfen und gleichzeitig von stetigen Bezugspersonen Zuwendung und Aufmerksamkeit erfahren. Ein durch rhythmische Wiederholungen gestalteter Alltag vermittelt zudem Sicherheit und Geborgenheit. Das sind die unverzichtbaren Grundlagen für das spätere Selbstbewusstsein und auch für das angstfreie Lernen in der Schulzeit.

Tagesablauf:

Am Kindergartenvormittag wechseln Phasen des beweglichen freien Spiels mit Zeiten ab, in denen alle gemeinsam das gleiche tun. So entspricht der Kindergartenvormittag einem gesunden Ein- und Ausatmungsprozess; das Ausleben des äußeren Bewegungsdrangs wechselt mit dem Erleben eines „inneren Bewegungsdrangs“ ab, in dem die Kinder innerlich „bewegt“ werden. Morgens um acht beginnt die sehr bewegliche Freispielzeit, in der alle Kinder sich in irgendeiner Ecke häuslich einrichten. Dazu stehen ihnen diverse Baumaterialien zur Verfügung. Auf dem Höhepunkt des Spielens, gibt es ein reges, intensives Treiben. Überall wird geklettert und gesprungen, „Hunde“ werden ausgeführt, Zirkusvorstellungen und Puppenspiele werden vorgeführt, verkleidete Wesen bevölkern den Raum. Währenddessen wird auch von den Erwachsenen gearbeitet, z.B. gehandarbeitet, um die aktive Spielphase als Vorbild zu unterstützen. Vielseitige Vollwertnahrung wird von Erziehern und Kindern liebevoll zubereitet, Werkbank und Nähkörbe kommen regelmäßig zum Einsatz. Durch besondere Vorschulaktivitäten wie musikalische und sprachliche Förderung, Singen und Klanginstrumentenspiel, sowie von den Kindern selbständig ausgeführte Arbeiten werden fein- und grobmotorische Fähigkeiten, aber auch Ausdauer und Konzentration für die Schulzeit angelegt. Zum Ausklang der Freispielphase gibt es eine gemeinsame ruhige Beschäftigung.
Nach der Aufräumzeit, in der die Kinder alles an seinen Platz zurücktragen, folgt ein rhythmisches Bewegungsspiel, ein Rollenspiel oder ein Kreisspiel, das jeweils durch Singen musikalisch begleitet wird. Diese Spiele sind immer jahreszeitlich bezogen und werden eine Reihe von Tagen mit den Kindern gespielt, damit die neuen Eindrücke sich wiederholen und die Kinder sicher mitsprechen und spielen können. Das sind lebendige, intensive Sinneseindrücke und gleichzeitig starke Gemeinschaftserlebnisse. Im Stuhlkreis werden Fingerspiele gespielt und Lieder gesungen und manch Wichtiges zur Sprache gebracht. Auch fremdsprachige Lieder und Sprüche werden spielerisch mit einbezogen. Nach dem Händewaschen, das sich ebenfalls wie ein kleines Ritual vollzieht, wird gemeinschaftlich gegessen.
Die zweite Freispielzeit draußen entfaltet sich sehr lebhaft und lautstark als Bewegungsphase mit Schaukeln, Klettern, Wippen und Buddeln, wozu die Kinder wenig Anregung brauchen. Währenddessen können einzelne Kinder in ihrer Geschicklichkeit gezielt gefördert werden. In dieser Zeit hegen wir auch unseren Garten, wodurch den Kindern ein pfleglicher Umgang mit der Umwelt vorgelebt wird. Da wir bei allen Wetterlagen draußen oder im Wald sind, erleben wir den Kreislauf der Jahreszeiten intensiv mit.
Gemeinschaftlich wird der Kindergartenvormittag mit einem Märchenkreis beendet, in dem frei erzählte Märchen, rhythmische Geschichten oder auch Puppenspiele dargeboten werden. In dieser Runde wird auch das Singen besonders gepflegt.


Wochenablauf:

Jeder Wochentag hat seine eigene Qualität mit ihm zugehörigen Aktivitäten und Ritualen, die die Kinder bald lieben lernen. Es gibt z.B. einen Backtag, an dem zu lustigen Reimen Brötchen geknetet werden und einen Maltag, an dem fließende Aquarellbilder gemalt werden. Die Woche wird mit einem Waldtag beendet. Es wird im Wald gespielt und gepicknickt, und die Kinder gehen fröhlich und ausgelassen ins Wochenende.


Jahreslauf:

Festliche Höhepunkte im Jahr sind unsere vielen Feste, zu denen Eltern und Geschwister oft mit eingeladen werden. Durch zwei parallele Zeitabläufe, die Jahreszeiten in der Natur und den Kreislauf der christlichen Jahresfeste wird das Kalenderjahr in Jahresrhythmen gegliedert. Mit Versen, Geschichten und Liedern leben wir auf die Feste zu; sie geben unserem Tun ein Ziel. Reichhaltige Sinneserfahrungen wie Riechen, Schmecken, Sehen, Hören, Tasten, sich Bewegen verankern die Feste auch im Leiblichen. So erlebt jedes Kind im Laufe seiner Kindergartenjahre Wiederholungen, die mit großer Vorfreude herbeigesehnt werden; die Jahreszeiten bestimmen den Rhythmus unseres Lebens ganz unmittelbar.
Medienerziehung: Wir streben eine zeitgemäße, aber auch altersgerechte Medienerziehung an. Das mehrmalige Hören einer Geschichte, die im lebendigen Tonfall vorgetragen wird, verschafft kreative Räume für die kindliche Phantasie. Dagegen stehen wir dem Umgang mit elektronischen Medien wie Kassetten- und Videorekordern kritisch gegenüber. Was die können, können wir auch selber! Von fraglichen Inhalten abgesehen stellen wir phantasiefördernde Eigenschaften elektronischer Medien, in dem das Kind zum passiven Konsumenten vorgefertigter Programme gemacht wird, prinzipiell in Frage. Ebenso wenig können diese nach unserer Auffassung den persönlichen Bezug zum Erzieher ersetzen.
Zusammenarbeit zwischen Kindergarten und Eltern: in unserer Einrichtung wird eine intensive Beziehung zwischen Elternhaus und Kindergarten gepflegt. Interessierte neue Eltern, die einen Kindergartenplatz für ihr Kind bei uns wünschen, sind herzlich eingeladen sich bei uns umzuschauen. Zum Beginn des neuen Schuljahres nehmen wir Kinder ab drei Jahren auf. Ein Kennenlerngespräch ermöglicht uns, viel über die Entwicklung des Kindes zu erfahren. Monatlich finden Informationsveranstaltungen statt, wo wir unser pädagogisches Konzept vorstellen und auf Fragen der Eltern eingehen. Im Laufe eines Kindergartenjahres laden wir zu mehreren Elternabenden ein, die den Eltern wichtige Einblicke in das Alltagsleben ihres Kindes geben, und wir besuchen gern jedes Kind in seiner häuslichen Umgebung. Telefonisch erreichbar sind wir werktags zwischen 11 und 12.30 Uhr; Ansprechpartner sind Frau Stark und Frau Sauer.


Mittags- und Ferienbetreuung:

Unser Kindergarten bietet Betreuungszeiten von fünf bis zu acht Stunden täglich an. Die Mittagsverpflegung wird durch unsere Schulküche gewährleistet und ist in den Betreuungsgutscheinen der Behörde enthalten.

Die jährliche Schließzeit von 4 Wochen wird mit dem Hort abgestimmt.

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